Mittendrin – Ökumenischer Stadtfestgottesdienst

Mittendrin, so war nicht nur dieser Gottesdienst überschrieben, es konnte auch erlebt werden. Anlässlich des 600-jährigen Bestehens des Stadtrechts feierten die sechs christlichen Kirchen der Stadt Radeberg einen gemeinsamen Gottesdienst auf dem gut gefüllten Marktplatz der Stadt.

Bereits gegen 8 Uhr morgens trafen sich Vertreter der sechs Gemeinden auf dem Marktplatz, um die Bühne vorzubereiten und die Bänke auf dem Marktplatz gottesdiensttauglich aufzustellen. Etwa 20 Minuten vor Beginn des Gottesdienstes waren die 250 vorbereiteten Liederblätter bereits vergriffen. Mit einer so großen Resonanz hatte keiner vorher gerechnet. So wurden kurzerhand einige Blätter umverteilt und dann gemeinsam in die Liederblätter geschaut.

Der Posaunenchor Radeberg eröffnete den Gottesdienst. Während des Vortrags betraten die Gemeindeleiter der sechs christlichen Gemeinden die Bühne. Jeder von Ihnen stellte eine brennende Kerze auf den Altar. Pastor Tim Dyck der Freien evangelischen Gemeinde (FEG) begrüßte anschließend die Anwesenden. Nach dem von allen Anwesenden gesungenen Lied „Meine engen Grenzen“, sprach Pastor Wilfried Höhne (Adventgemeinde) ein Gebet. Im Anschluss folgte eine Bibellesung aus Johannes 6, 1-14 und 22-35, vorgetragen von Diakon Breuer aus der Neuapostolischen Kirche.

Mit einem kurzen Anspiel von Vertretern der evangelischen Gemeinde wurde zur Predigt hingeführt. Sie wurde von Pfarrer Thomas Slesazeck und Pfarrer Johannes Schreiner (beide Evangelische Kirche) gehalten. Sie stellten die Predigt unter das Wort: „Ihr seid das Salz der Erde.“ Dabei erinnerten sie, dass mit der Verleihung des Stadtrechts nicht nur das Recht zum Bierbrauen verbunden war, sondern auch das Recht, den einzigen Salzmarkt in der Umgebung abzuhalten. In beeindruckender Weise verbanden die beiden Pfarrer historische Fakten mit dem alltäglichen Leben der Zuhörer. Den Abschluss fand die Predigt durch das Lied „Gott ist die Liebe“, das vom Kammerchor des Kirchenbezirkes Dresden der Neuapostolischen Kirche vorgetragen wurde.

Die Kollekte dieses Gottesdienstes sollte Menschen zugutekommen, die sich ehrenamtlich für die Stadt engagieren. Erhalten hat es eine Gruppe, die sich ehrenamtlich um Menschen im Krankenhaus kümmert und Zeit aufbringt, sich die Sorgen der Patienten anzuhören. Apostel Gert Loose (Apostolische Gemeinde) stellte den Anwesenden die Gruppe vor. Während die Kollekte eingesammelt wurde, sang die Gemeinde, begleitet von der Band, das Lied „Gut, dass wir einander haben.“

Danach sprachen Herr Hatzel und Pfarrer Kluge (Katholische Kirche) das Fürbittengebet sowie mit allen Anwesenden das Vaterunser. Unterstrichen wurden diese Gebete durch die Lieder „Verleih uns Frieden“ und „A clare benediction“, die vom Kammerchor vorgetragen wurden.

Zum Schluss des Gottesdienstes sprachen die Gemeindeleiter einen gemeinsamen Segen. Danach verließen sie die Bühne, während der Posaunenchor die Gemeinde beim Singen des Liedes „Großer Gott, wir loben dich“ begleitete.

Schon seit einiger Zeit bestehen Verbindungen zwischen den christlichen Gemeinden der Stadt. Gemeinsam veranstalten sie die Nacht der Kirchen sowie den alljährlichen ökumenischen Gottesdienst am Freitag nach Johannis mit anschließendem Johannisfeuer.

Der Stadtfestgottesdienst war für alle eine Premiere, denn der Gottesdienst wurde erstmals außerhalb von Kirchenmauern an einem Sonntagvormittag durchgeführt. Es war eine schöne Gemeinschaft, bei der sich alle Beteiligten auf Augenhöhe begegneten und trotz konfessioneller Unterschiede ihre Gemeinsamkeiten herausstellten.

A.B.