Aufruf an die Jugend – Zeigt euch solidarisch!

Am zweiten Sonntag im Februar füllte sich die Kirche in Radeberg und man spürte die Vorfreude auf das gemeinsame Erleben im Jugendgottesdienst der Kirchenbezirke Bautzen, Leipzig und Dresden.

Für den Jugendgottesdienst am 10. Februar wurde das Bibelwort aus Markus 3, 3 verwandt: „Und er sprach zu dem Menschen mit der verdorrten Hand: Steh auf und tritt in die Mitte!“

Das erste Lied des Chores in einer schwungvollen Version – „Gehe nicht vorbei, oh Heiland, hör des Herzens Schrei!“ – zeigte wie viel Energie und Freude die Jugendlichen an diesem Sonntag mitgebracht hatten.

Bezirksevangelist Uhlig war sichtlich begeistert und bezog seine Predigt auf den impulsiven Schrei aus dem vorgetragenen Musikstück. Er unterstrich die Wichtigkeit, dass ein jeder seine Meinungen, Gedanken und Gefühle zeigen und sich damit nicht verstecken sollte. Offener Umgang ist nicht nur gegenüber unseren Mitmenschen, wie Freunden, Kollegen oder Gemeindemitgliedern wichtig, sondern auch gegenüber Gott. Nur indem man sich öffnet, kann man Aufmerksamkeit erreichen, sodass einem geholfen werden kann.

Priester Lippold unterstrich diese Gedanken und zeigte die Möglichkeit auf, dass man auch innerhalb der Jugendgruppe handeln kann, um Meinungen zu verstärken und eine größere Wirkung zu erreichen.

Das Gegenstück des Auf-sich-aufmerksam-machens ist, dass wir für die Meinungen unseres Nächsten aufgeschlossen sind, ein offenes Ohr haben und versuchen Hilfe anzubieten. Es wird Personen geben, die sich mit ihren Worten verstecken wollen, die sich nicht trauen, etwas auszusprechen, weil sie vielleicht ausgegrenzt sind.

Unsere Aufgabe ist es dann, dass wir uns solidarisch verhalten. Wir können uns den Schwachen zuwenden und uns auf deren Seite stellen. Es ist möglich, dass wir dabei unsere Belange und Wünsche hintenanstellen müssen, um Schwachen helfen zu können. Diese Entscheidung ist nicht immer leicht und wird von vielen Faktoren beeinflusst. Wir wollen darauf vertrauen, dass ein daraus vermeintlich resultierender Nachteil durch Gott zum Positiven gelenkt wird. Jesus kann uns dabei als Vorbild dienen. Er hat sich immer auf die Seite der Schwachen gestellt – denken wir an die Sünderin, an den Blinden und an den Menschen mit der verdorrten Hand. Auch wir wollen wie Jesus handeln, denn so können wir ihm dienen und seine Taten weitertragen. Das ist nicht immer einfach, aber wer soll es tun, wenn nicht wir?

Im Anschluss an den Gottesdienst fand die zweite Regionalchorprobe für das Pop-Oratorium für den diesjährigen Jugendtag statt.